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Konsumenten drücken auf die Konsumbremse

Nahezu sechzig Prozent der Österreicher wollen sich in den nächsten Monaten finanziell einschränken, zeigt eine aktuelle Befragung des Beraternetzwerks KREUTZER FISCHER & PARTNER.

[27.05.2020 | Wien] Der aufgrund der Covid-19 Pandemie gesetzlich verordnete Shutdown weiter Teile der österreichischen Wirtschaft dürfte sich deutlich negativer auf den privaten Konsum auswirken, als bisher angenommen. In einer für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre repräsentativen Befragung von 657 Personen geben 58 Prozent an, dass sie sich aufgrund der Coronakrise in den nächsten Monaten vermutlich finanziell einschränken werden.

Auf der Bremse steht man voraussichtlich insbesondere im Kultur- und Freizeitbereich. So gehen 39 Prozent der Befragten davon aus, dass sie für Kunst- und Sportveranstaltungen weniger Geld ausgeben werden als ursprünglich geplant. Rund ein Viertel beabsichtigt beim Urlaub nicht vorgesehene finanzielle Einschränkungen und ein Fünftel der Bevölkerung bei Lokalbesuchen. Im Einzelhandel trifft es indessen primär die Warengruppe Uhren und Schmuck sowie den Bekleidungssektor. Bei Ersteren geben 18 Prozent der Befragten geplante Ausgabenkürzungen an, bei Modeeinkäufen 15 Prozent. Auch Bücher und Unterhaltungselektronik liegen diesbezüglich im oberen einstelligen Prozentbereich.

Für die ablaufende Konsumlaune wird neben einem sinkenden Haushaltseinkommen, Reisebeschränkungen (Urlaub) und Angebotskürzungen (Kunst-/Sportveranstaltungen) im Wesentlichen ein Argument vorgebracht: die gesetzlichen Hygienebestimmungen für den öffentlichen Raum und die omnipräsenten Warnungen vor einer „zweiten Welle.“ Wobei diese unterschiedlich ausgelegt werden. Etwa jeder zehnte Befragte interpretiert daraus eine latent hohe Ansteckungsgefahr im öffentlichen Raum und bemüht sich nicht zuletzt auch durch Konsumverzicht eine mögliche „zweite Welle“ zu verhindern. Den anderen Befragten nehmen wiederum genau dieses verpflichtende Tragen von Mund-Nasen-Schutz-Masken beim Einkaufen und die Abstandsregeln in der Gastronomie die Lust auf ungebrochenen Konsum.

Vergleichsweise gering sind die geplanten Sparmaßnahmen hingegen etwa bei Renovierungstätigkeiten in Heim und Haus (4%), bei Gartenprodukten (2%) und Sportartikel (1%). „Man könnte fast meinen, Österreich bewegt sich in ein sportlich aktives Biedermeier“, so Studienautor Andreas Kreutzer vom KREUTZER FISCHER & PARTNER Beraternetzwerk in Wien.

Download_Grafik: Wo sich die Österreicher finanziell einschränken wollen.

 

Studiendesign:

Telefonische Befragung, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre. Stichprobe: n=657. Erhebungszeitraum: 11. bis 20. Mai 2020

 

Alle Angaben ohne Gewähr.

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