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Vortrag | Architekturtagung MHC 2011 | Wien


Herausforderung:
Spannungsfeld zwischen ideellem Anspruch und finanziellen Ressourcen

Der Möbel- und Holzbaucluster Oberösterreich veranstaltete im Juni 2011 eine große Architekturtagung zum Thema „Darf’s ein bisserl mehr sein?“ mit dem Schwerpunkt im Bereich Gewerbe- und Kommunalbauten. Unter dem bewusst provokativen Titel sollte u.a. folgenden Fragen nachgegangen werden: Lohnen sich Investitionen in Architektur und hochwertige Bauausführung?  Warum leisten sich manche Bauherren Vorzeigeprojekte? Bedeutet ein Mehr an Raum, Architektur und Bauqualität automatisch ein Mehr an Kosten? Andreas Kreutzer wurde gebeten, den Einstiegsvortrag zu halten. Unter den rund 120 Teilnehmern waren Bauherrenvertreter, Architekten und Planer sowie Vertreter des Holzbaus. Den Abschluss des Abends bildete eine Podiumsdiskussion.



Weg:
Rhetorische Zuspitzung als dialektische Notwendigkeit zur Schärfung eines Problembewusstseins

Andreas Kreutzer misst und dokumentiert seit 20 Jahren Entwicklungen im Bereich Bauen & Wohnen. Und er weiß, Planungs- und Bauqualität prägen den Diskurs des Sektors wie kaum ein anderes Thema. Bereits 2002 hat KREUTZER FISCHER & PARTNER | Marktanalyse eine Grundlagenstudie über Bauen & Wohnen erstellt, in der Planungs- und Bauqualität viel Raum eingeräumt wurde. Insofern war es Andreas Kreutzer ein besonderes Anliegen, bei dieser Veranstaltung seine Sicht der Dinge darzulegen.
Wie man es von ihm kennt, stand sein Vortragstitel dem Veranstaltungstitel um nichts nach. „Darfs ein bisserl weniger sein?“, fragte Andreas Kreutzer nicht minder provokativ und behandelte drei Themenkreise: erstens, das Spannungsfeld Planer vs. öffentlicher Auftraggeber, zweitens die Funktion des Architekten und drittes die Qualität der Ausführung. Die Rolle der Politik und der Medien, jene der Architekten zwischen Künstler und Techniker  waren ebenso Teil des Vortrags wie die mangelnde Qualität bei öffentlichen Ausschreibungen. Abgerundet wurde der emotionale, Denkanstoß gebende Vortrag mit erschreckenden Ergebnissen aus einer Baumängel Studie, die KREUTZER FISCHER & PARTNER 2008 bei 200 neu errichteten Mehrfamilienhäusern durchführte.



Ergebnis:
Denkanstöße für neue Wege

Der Vortrag sollte explizit nicht als Anklageschrift verstanden werden, sondern Anstoß sein für eine neue Rollenverteilung. Andreas Kreutzer hielt ein Plädoyer für mehr Transparenz, einen deutlich tieferen Planungsstand und vor allem mehr Qualität am Bau, nicht zwingend in planerischer Hinsicht, aber fast immer in der Ausführung. Kurzum, der Vortrag sollte Mut machen, neue Wege zu gehen, sowohl aus der Sicht der Planer als auch der Bauherrn. Damit es nicht auch noch in 20 Jahren heißt „Darf’s ein bisschen weniger sein?“ :)

Case Study | Copyright by KREUTZER FISCHER & PARTNER