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Vortrag | Österreichischer Metallbautag 2012 | Wien


Herausforderung:
Herausfordernde Zeiten für den Fassadenbau

Im April 2012 luden die Initiatoren der Initiative Metallbautechnik, das Aluminium-Fenster-Institut (AFI) und die Arbeitsgemeinschaft der Hersteller von Metall-Fenster/Türen/Tore/Fassaden (AMFT) zum Österreichischen Metallbautag 2012. Die Veranstaltung fand im Tech Gate Vienna statt und war hochkarätig besetzt. Die mehr als 100 Teilnehmer aus der Bau- und Metallbau-Branche sollten eine Vorstellung davon bekommen, welche Trends sich abzeichnen. Das Programm umfasste Themen wie Intelligenz von Gebäuden, Technik & Recht sowie die Rolle des Metallbaus in Zukunft. Andreas Kreutzer war als Referent eingeladen, angesichts der aktuellen Entwicklungen aufzuzeigen, in welchen Bereichen der Metallbau gut aufgestellt ist und wo es noch Potentiale für die Branche gibt.



Weg:
Fassadenbau neu ausrichten

Der Fassadenbau in Österreich hat enormes Potential. Trotz des raschen Marktwachstums der letzten Jahre liegt der  Anteil der Vorhangfassade an der Fassade insgesamt bei nur 4% (Putzfassade 95%, 1% andere Fassadenbekleidungen). Die Zahlen aus dem BRANCHENRADAR® zeigen eindeutig, dass die Dynamik der letzten Jahre von nicht-transparenten Bekleidungsmaterialien, also primär von der vorgehängten, hinterlüfteten Fassade kommt. Wobei das Wachstum der hinterlüfteten Fassade besonders stark vom Wachstum der zweischaligen Fassade angetrieben wird (Stichwort: Strukturierung der Fassade). Aktuell gehen bereits 20% des Bekleidungsmaterials für Vorhangfassaden in den privaten Wohnbau, bei nicht-transparenten Bekleidungsmaterialien ist es bereits ein Drittel. Und auch das Wachstumspotential liegt eindeutig im Wohnbau und da im EFH/ZFH. Die schlechte Nachricht ist allerdings, dass viele der EFH/ZFH-Projekte beim klassischen Fassadenbauer gar nicht ankommen, sondern oftmals von Spenglern, Dachdeckern, Zimmerern oder Holzbauern durchgeführt werden. Und diese verwenden für die Unterkonstruktion nicht immer Stahl oder Alu, sondern vielfach Holz. Für Profilhersteller und Fassadenbauer bedeutet das verpasste Chancen und mittelfristig auch Gefahr. Nämlich dann, wenn die zweischalige Fassade nicht alleine die Putzfassade kannibalisiert, sondern auch hinterlüftete Fassaden mit Unterkonstruktion aus Alu sowie Pfosten-/Riegel- und Elementfassaden.

Erste Tendenzen dafür identifizieren KREUTZER FISCHER & PARTNER | Marktanalyse bereits seit zwei Jahren. So wächst der Markt für Bekleidungsmaterial rascher als jener für Aluminiumprofile und deutlich rascher als jener für professionelle Befestigungssysteme für hinterlüftete Fassaden. Die Gründe dafür liegen im immer häufigeren einfachen Verschrauben, Vernieten oder Verkleben, mit dem auch bislang branchenfremde Gewerke wie Holzbauer und Spengler umgehen können.



Ergebnis:
Enormes Marktpotential – konkrete Vorschläge um es auszuschöpfen

Abschließend fasste Andreas Kreutzer die Chancen der Branche zusammen und plädierte für ein Miteinander zwischen Herstellern und Ausführenden, um das Potential bestmöglich auszuschöpfen. Die Ansätze in Stichworten:
1.) Ausrichtung auf hinterlüftete Fassaden im Wohnbau -> bedeutet Änderung der Geschäftsabläufe (Massengeschäft vs. Projektgeschäft) und Änderungen in der Ausführung (technisch weniger anspruchsvoll, aber zeitlich rascher).
2.) Für Profilhersteller bedeutet das: Unterkonstruktionen und Befestigungssysteme anbieten, die Fassadenbauer wettbewerbsfähig machen gegenüber semi-professionellen Befestigungen.
3.) Das Thema hinterlüftete Fassade medial prägnanter aufbereiten und Nachfrage in die gewünschten Bahnen lenken.
4.) Empfehlung an die Glasfassadenhersteller: wertorientierte Strategie durch 3-Scheiben-Sicherheitsglas, integrierte Beschattung, Einbruchschutz, etc.. Benchmark: Fensterindustrie!

Damit wäre bei hinterlüfteten Fassaden mittelfristig eine Verdoppelung des Absatzes realistisch, bei Glasfassaden eine Erhöhung der Wertschöpfung von drei bis vier Prozent pro Jahr möglich. Wenn das keine rosigen Aussichten sind...


Case Study | Copyright by KREUTZER FISCHER & PARTNER