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Markteinstieg | Brasilien, Russland, Vietnam 2011


Herausforderung:
Extrem kurze Projektdauer

Ein internationaler Baustoffkonzern beauftragte uns mit der Prüfung der Chancen und Risiken eines strategischen Markteintritts in Emerging Markets. Zielländer waren Brasilien, Russland und Vietnam. Die Herausforderung der Evaluierung bestand zum einen im engen Zeitrahmen von insgesamt nur acht Wochen für alle drei Märkte, zum anderen in der ungenügenden Datenlage hinsichtlich des Marktvolumens und der Marktentwicklung.



Weg:
105 Expertengespräche in vier Wochen

Das Projektteam bestand aus sieben Personen, wovon sechs Personen mit Recherche-Arbeiten betraut waren. In vier Wochen wurden 105 telefonische Expertengespräche mit Vertretern staatlicher Einrichtungen, vor Ort tätigen Bauunternehmen und Baustoffproduzenten, Architekten und Ziviltechnikern durchgeführt. Interviewt wurden sowohl Natives als auch Vertreter von europäischen, amerikanischen, japanischen oder australischen Unternehmen mit langjähriger Erfahrung in den Zielmärkten. Eine Person wertete alle verfügbaren Sekundärstudien aus. Nicht nur die Ergebnisse aus den Interviews, auch die Daten in den zugekauften Reports wichen zum Teil erheblich voneinander ab, sodass besonderes Augenmerk auf die Plausibilisierung der Daten gelegt werden musste, auf Aktualität (Reporterstellung vor, während und nach der Wirtschafts- und Finanzkrise) und mögliche Interessensgebundenheit der Datenquellen.



Ergebnis:
Go für Brasilien und Russland, Vorsicht bei Vietnam

Wenngleich sich die Wirtschaft in Vietnam mit atemberaubender Geschwindigkeit entwickelt, entspricht der kaufkraftbereinigte Bauproduktionswert nur jenem von Österreich. Aufgrund des vergleichsweise geringen technischen Know-hows besteht für eine Reihe von Produktlösungen praktisch kein Markt. Das Preisniveau für alternative Produkte liegt um ein Vielfaches unter den Entstehungskosten unseres Klienten. Deutlich positiver zeigen sich die Rahmenbedingungen hingegen in Brasilien und Russland, nicht zuletzt aufgrund des deutlich größeren Marktpotentials. Zwar sind auf mittlere Sicht auch in diesen Ländern die hochqualitativen Produkte unseres Klienten nur in Nischenmärkten konkurrenzfähig, aufgrund der insgesamt aber erheblich größeren Nachfrage kann ein Markteinstieg mit einer qualitativ etwas einfacheren B-Brand voraussichtlich erfolgreich vorangetrieben werden.
Case Study | Copyright by KREUTZER FISCHER & PARTNER