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Befragung | Rolle und Herausforderungen internationaler Headquarters in Österreich 2011


Herausforderung:
Fachgespräche statt standardisierter Interviews

Unsere Klienten Headquarters Austria und Austrian Business Agency beauftragten uns mit der Durchführung einer Befragung von Managern internationaler Headquarters zur Rolle der Österreichzentrale innerhalb des Konzerns und zu den internen und externen Herausforderungen gestern, heute und morgen. Die Herausforderung der Befragung bestand darin, dass die Aufgabenstellung in keinster Weise mittels standardisierten Fragebogens zu lösen war, lag doch der Fokus des Auftraggebers auf dem verstehen der Situation und weniger auf quantitativen Gewichtungen.



Weg:
111 Fachgespräche durchgeführt von erfahrenen Consultants

Als Erhebungsmethodik wurden ausführliche Fachgespräche gewählt, die ein Nachhaken und Hinterfragen der Aussagen der Respondenten ermöglichen, ohne diesen jedoch in seiner Einstellung zu beeinflussen. Durchgeführt wurden die Interviews von zwei Consultants mit langjähriger Erfahrung in der Beratung der ersten Führungsebene. Die Grundgesamtheit bestand aus 297 Unternehmen. Die Liste wurde von Headquarters Austria beigestellt. Zielpersonen waren CEO oder CFO. Befragt wurden 111 Personen. Als Guideline für das Interview wurde ein Gesprächsleitfaden entwickelt, der eine flexible Gesprächsführung zuließ.



Ergebnis:
Headquarters müssen Standort Österreich auch konzernintern rechtfertigen

Die in Österreich ansässigen internationalen HQ üben vorwiegend überregionale Vertriebsagenden aus. Der regionale Fokus ist bei etwa der Hälfte der Unternehmen Osteuropa, gefolgt von Südosteuropa mit etwa 20%. Von zunehmender Wichtigkeit wird der mittlere Osten. Hierarchisch sind ausländische HQ in etwa 70% der Fälle auf der zweiten Konzernebene angesiedelt, knapp 30% auf der dritten oder vierten Ebene. Infolge entscheiden nach eigener Angabe nur 20% der Befragten „völlig eigenständig“, 40% empfinden ihren Entscheidungsspielraum hingegen „eher“ oder „völlig“ eingeschränkt. Wichtigste Einflussfaktoren auf die Unternehmenspolitik sind politische oder gesetzliche Rahmenbedingungen, jedoch nicht Steuern/Förderungen, gefolgt von gesellschaftlichen Trends und interkulturellen Besonderheiten sowie Nachfrage/Wettbewerb.
Rund 40% der HQ nennen die Wirtschafts- und Finanzkrise als größte externe Herausforderung der letzten Jahre, wobei sich ¾ der Nennungen auf den Nachfrageeinbruch und ¼ auf das Verhindern eines Beschäftigungsabbaus beziehen. Etwa 60% der Unternehmen beschäftigten sich in den letzten Jahren vorwiegend mit internen Herausforderungen: 40% mit der Konzern-Reorganisation, rund 10% mit steigenden Kosten und sinkender Profitabilität und weitere 10% mit den Mühen der Expansion. Aktuell zeigt der Blick aber wieder klar nach vorne, Wachstum und Marktanteilsgewinn stehen im Fokus. Das Thema  „Technologischer Wandel“ schiebt sich im Ranking auf Platz vier.  Als Herausforderungen der Zukunft identifiziert man neben einem abermaligen Konjunktureinbruch, Recruiting, gesetzliche Änderungen sowie „Kosten/Profitabilität. Bei den externen Planungsprämissen überwiegen Angaben zu nachfragebezogene Annahmen, vor gesellschaftlichen Trends und der Prognose einer wachsenden „Green Economy“. Die internen Prämissen sind hingegen dominiert vom Ausschöpfen ungenutzter Potentiale. Die Botschaft der HQ an die Politik lautet „Standortsicherung“.
Die Zufriedenheit mit der österreichischen Wirtschaftspolitik ist vergleichsweise gut. Im Mittelwertvergleich liegt die Bewertung für die nationale Politik mit 2,2 deutlich vor der europäischen Note mit 2,8.
Case Study | Copyright by KREUTZER FISCHER & PARTNER